Das ist eine der häufigsten Fragen, die Frauen zur reproduktiven Gesundheit haben: Bekomme ich eine Menstruation, wenn ich eine hormonelle Schwangerschaftsverhütung anwende? Die kurze Antwort lautet: Nein. Auch wenn du möglicherweise eine monatliche Blutung hast, ist dies keine echte Menstruation. 

Vielmehr handelt es sich um eine Entzugsblutung, die durch den Abfall der Hormone und nicht durch den Eisprung verursacht wird. 

Die Wahl der hormonellen Schwangerschaftsverhütung ist eine sehr persönliche Entscheidung, und der Verlauf der Entzugsblutung kann je nach gewählter Methode unterschiedlich sein. Lies weiter, um zu erfahren, was in dieser Zeit des Monats in deinem Körper vor sich geht. 

Mit der Funktion Cycle Insights von Oura erhältst du jetzt Unterstützung bei der hormonellen Schwangerschaftsverhütung, denn du kannst damit Symptome verfolgen, Blutungen vorhersagen lassen und besser verstehen, wie sich hormonelle Verhütungsmittel auf deinen Körper auswirken. 

Was verursacht eine Entzugsblutung?

Wenn du eine zyklische Verhütung wie Pille, Pflaster oder Ring verwendest, erhältst du möglicherweise drei Wochen lang wirksame Hormone, hast dann eine „Pause“ oder nimmst Placebo-Tabletten.

In den drei Wochen, in denen die Hormone wirken, sorgen Östrogen und/oder Progesteron dafür, dass dein Hormonspiegel stabil bleibt. Wenn die Placebo-Woche beginnt, sinken deine Hormonwerte. Dieser Hormonabfall bewirkt die Ablösung deiner Gebärmutterschleimhaut, was du als Entzugsblutung wahrnimmst. 

Anders ausgedrückt ist die Entzugsblutung eine Reaktion deines Körpers auf den Hormonabfall in den hormonfreien Tagen bei der hormonellen Verhütung und nicht auf einen Eisprungzyklus.

Ein weiterer Faktor, der zu einer Entzugsblutung führen kann, ist die unregelmäßige Anwendung einer zyklischen Schwangerschaftsverhütung. Wenn du die Einnahme deine Pille vergisst oder sie auch nur ein paar Stunden zu spät einnimmt, kann dies zu einem Absinken des Hormonspiegels führen. Dies kann ausreichen, um eine leichte Blutung auszulösen. Da zyklische Verhütungsmittel Hormone enthalten, reicht es bereits aus, die Einnahme ein oder zwei Tage auszulassen, um den Hormonspiegel zu senken (und die Wirksamkeit zu verringern!) und eine Entzugsblutung auszulösen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Entzugsblutung und der Menstruation? 

Wenn du keine hormonelle Schwangerschaftsverhütung verwendest, produziert dein Körper den ganzen Monat über Östrogen, setzt eine Eizelle frei (Eisprung) und bildet anschließend Progesteron. Wenn keine Schwangerschaft eintritt, sinkt der Spiegel dieser natürlichen Hormone, wodurch sich die Gebärmutterschleimhaut ablöst. Dies wird als Menstruation bezeichnet.

Die meisten hormonellen Schwangerschaftsverhütungsmethoden wirken durch die Verhinderung des Eisprungs. Da kein Ei freigesetzt wird und der Eierstock kein natürliches Progesteron produziert, gibt es keinen „Menstruationszyklus“, der sich vollenden könnte. Die Blutung ist im Grunde genommen eine zu erwartende Nebenwirkung des Medikaments.

Warum haben wir bei der hormonellen Schwangerschaftsverhütung eine „Blutung“, obwohl dies medizinisch nicht notwendig ist? Als die Wissenschaftler in den 1960er Jahren die erste Antibabypille entwickelten, konzipierten sie diese für einen vierwöchigen Zyklus – drei Wochen, in denen die Pille eingenommen wird, und eine vierte Woche, in der das Medikament nicht eingenommen wird (oder ein Placebo verabreicht wird), was zu einer Blutung führt, die sie als Menstruation bezeichneten, um den Vorgang vertraut erscheinen zu lassen. Dadurch wurde die Pille als „natürlicher“ wahrgenommen und war somit für diejenigen, die sie einnahmen, akzeptabler.

Was ist eine Durchbruchblutung ?

Bei kontinuierlichen hormonellen Schwangerschaftsverhütungsmethoden wie Hormonspirale, Spritzeoder Implantat können sogenannte Durchbruchblutungen auftreten, die häufig mit diesen Methoden in Verbindung gebracht wird.

Durchbruchblutungen können auch häufiger bei niedrig dosierten und extrem niedrig dosierten Antibabypillen auftreten. Das kommt sehr häufig vor und bessert sich bei vielen innerhalb von zwei bis sechs Monaten oder verschwindet ganz.

Im Gegensatz zur Regelblutung oder zur Entzugsblutung ist eine Durchbruchblutung keine Reaktion auf einen Hormonspiegelabfall. Stattdessen ist dies meist ein Zeichen dafür, dass sich dein Körper noch an den Hormonspiegel gewöhnt.

Warum kommt es zu Durchbruchblutungen? 

Das Gestagen in Verhütungsmitteln sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut (das Endometrium) sehr dünn bleibt. In den ersten drei bis sechs Monaten nach Beginn einer neuen Verhütungsmethode (wie einer niedrig dosierten Pille oder einer hormonellen Spirale) kann die Gebärmutterschleimhaut durch ihre Ausdünnung etwas instabil werden.

Infolgedessen können sich kleine Teile der Gebärmutterschleimhaut vorzeitig ablösen und leichte Blutungen oder bräunlichem Ausfluss bewirken.

Weitere Faktoren, die Durchbruchblutungen „auslösen“ können, sind unter anderem:

  • Kontinuierliche Anwendung: Wenn du deine „Pausenwoche“ auslässt, um eine Blutung zu vermeiden (und die aktiven Packungen aneinanderreihst), oder wenn deine Pillenmarke ohnehin keine Placebo-Woche vorsieht, können Durchbruchblutungen etwas häufiger auftreten. 
  • Rauchen: Untersuchungen zeigen, dass Raucherinnen häufiger unter Durchbruchblutungen leiden, da Nikotin den Östrogenstoffwechsel in der Leber beeinflussen kann.

Wann sollte ich eine Arztpraxis aufsuchen? 

Auch wenn Durchbruchblutungen in der Regel harmlos sind, solltest du eine Arztpraxis aufsuchen, wenn die Blutungen länger als sechs Monate andauern, stark sind (eine Binde pro Stunde vollsaugen), von starken Schmerzen begleitet werden oder wenn sie nach einer längeren blutungsfreien Phase bei derselben Verhütungsmethode plötzlich wieder auftreten.

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