Millionen von Mitgliedern zählen Tag für Tag auf den Oura Ring, um wichtige Aspekte im Zusammenhang mit ihrer Erholung, Tagesform und allgemeinen Gesundheit zu verstehen. Uns war es immer wichtig, unserer Community die Technologie hinter dem Ring transparent zu machen, d h., genau zu beschreiben, was Oura misst, die PPG-Technikzu erklären sowie darzulegen, wie die Algorithmen von Oura im Vergleich zu klinischen Standards wie der Polysomnographie (PSG) abschneiden.
Wir sind stolz auf die Arbeit unseres Teams aus mehr als 50 Ärzt*innen und Wissenschaftler*innen, auf deren Fachkompetenz die wissenschaftliche Grundlage von Oura aufbaut und die sicherstellt, dass Oura gesundheitlich relevante Ergebnisse liefert. Zu den aktuellen Forschungsprojekten zur Validierung der Genauigkeit unseres Algorithmus der Schlafphasenanalyse gehören die folgenden wissenschaftlich geprüften Studien (weitere Details unten):
- Brigham and Women’s Hospital Study, 2024
- National University of Singapore Study, 2022
- National University of Singapore Multi-Device Comparison, 2023
- University of Tokyo Validation Study, 2024
- MDPI Sensors Validation Study, 2021
„Bei Oura stehen wissenschaftliche und klinische Qualität im Mittelpunkt bei der Entwicklung unserer Produkte und Funktionen“, sagt Shyamal Patel, PhD, SVP of Science bei Oura. „Wir setzen hohe Ansprüche an uns selbst, um das Vertrauen unserer Mitglieder sowie der wissenschaftlichen und klinischen Fachwelt zu gewinnen – und weil transparente, gründliche Wissenschaft unser Verständnis von Schlaf und Gesundheit voranbringen kann, von der Einzelperson bis hin zur gesamten Bevölkerung.“
VERWANDTE THEMEN: Inside the Ring: Das steckt hinter dem neuen Algorithmus der Schlafphasenanalyse von Oura
Wie misst Oura den Schlaf?
Von Anfang an war es eine Priorität bei Oura, Schlafdaten möglichst genau zu ermitteln. Um dies zu erreichen, nutzen wir die Photoplethysmografie(PPG)-Technologie (die die volumetrischen Veränderungen in den Arterien durch Lichtreflexion misst), Temperatursensoren und Bewegungssensoren (Beschleunigungsmesser).
„Schlaf ist nicht nur ein einfacher Zustand der Gehirnaktivierung“, sagt Max de Zambotti, PhD, Director of Health Science bei Oura. „Schlaf ist auch ein verhaltensbiologischer Zustand des gesamten Körpers, und Oura erfasst gleichzeitig mehrere physiologische Signale, wie Herzfrequenz, Bewegung und Körpertemperatur-Trends, um zu bestimmen, wann jemand einschläft und in welcher Schlafphase die Person sich befindet.“
Zu diesen Signalen gehören:
- Herzfrequenz (HF): Schläge pro Minute während der Nacht.
- Herzfrequenzvariabilität (HFV): Variation der Zeitintervalle zwischen den Herzschlägen, die die Aktivität des autonomen Nervensystems widerspiegelt (sympathischer vs. parasympathischer Tonus).
- Atemfrequenz: minimale Schwankungen der Herzfrequenz, die durch die Atmung verursacht werden (respiratorische Sinusarrhythmie).
- Körpertemperatur und Bewegung: Abweichungen der Hauttemperatur und Signale von 3D-Beschleunigungsmessern zur Erfassung von Phasen körperlicher Unruhe.
VERWANDTE THEMEN: Eine unabhängigen Studie bewertet den Oura Ring als genauestes Wearable zur Bestimmung von HFV und RP
Jede Schlafphase (wach, Leichtschlaf, REM-Schlaf und Tiefschlaf) ist durch unterschiedliche Biosignale gekennzeichnet. Die einzelnen Schlafphasen spiegeln sich nicht nur in mittels Elektroenzephalografie (EEG) gemessenen Signalen wider (Messung der Gehirnströme), sondern sie beeinflussen auch zahlreiche Signale im gesamten Körper.
1. Während des Tiefschlafs oder Slow-Wave-Schlafs verschiebt sich der autonome Tonus in Richtung einer stärkeren Aktivität des Parasympathikus. Die Herzfrequenz erreicht ihre niedrigsten Punkte, die HFV stabilisiert sich und die Atmung wird hochgradig rhythmisch.
2. Im REM-Schlaf (Rapid Eye Movement-Schlaf) wird die autonome Aktivität unregelmäßig. Herzfrequenz und Atmung variieren und ahmen den Wachzustand nach, während der Muskeltonus abfällt.
3. Leichtschlaf und Wachzustände sind durch wechselnde Herzfrequenzmuster, Bewegungen durch Mikro-Erwachen (also extrem kurze Schlafunterbrechungen) und Temperaturveränderungen gekennzeichnet.
Durch die kontinuierliche, gemeinsame Analyse dieser physiologischen Marker ordnen die Algorithmen von Oura diese physiologischen Signale präzise den Schlafphasen zu.
MEHR ERFAHREN: Am Finger getragene Wearables bieten mehr Präzision
So steht Oura im Vergleich zur Polysomnographie (PSG) da
Die Polysomnographie (PSG) ist der klinische Standard für die Schlafbewertung. Bei einer in einem Schlaflabor durchgeführten PSG werden Elektroenzephalografie-Elektroden (EEG-Elektroden) auf der Kopfhaut angebracht, um die Gehirnströme direkt zu messen. Außerdem werden Augenbewegungen (EOG), die elektrische Aktivität des Herzens (EKG), Atemmuster und Muskelaktivität (EMG) bestimmt.
Im Vergleich dazu bietet der Oura Ring eine verbraucherfreundliche, unauffällige und nicht-diagnostische Methode zur Schlafmessung. Anstatt die Gehirnaktivität direkt zu messen, erfasst Oura verhaltensbezogene und periphere physiologische Signale, die eine starke Korrelation mit der kortikalen Gehirnaktivität während des Schlafs aufweisen.
In einer grundlegenden Studie aus dem Jahr 2021, die in Sensors veröffentlicht wurde, werteten Forschende 440 Nächte mit gleichzeitig per Polysomnographie (PSG) und per Oura Ring ermittelten Daten von 106 Personen aus (insgesamt über 3.400 Stunden). Die Ergebnisse: Während ein einfaches Bewegungs-/Beschleunigungsmessermodell nur eine Genauigkeit von 57 % bei der 4-Phasen-Schlafklassifizierung erreichte, steigerte die Hinzunahme von mittels PPG erfassten Signalen des autonomen Nervensystems (ANS) und Temperaturmerkmalen die Genauigkeit der 4-Phasen-Schlafklassifizierung auf 79 % und die der 2-Phasen-Klassifizierung (Schlaf/Wachzustand) auf 96 %.
Die Forschung hinter Ouras Algorithmus der Schlafphasenanalyse
Ouras Algorithmen der Schlafphasenanalyse wurden mithilfe fortschrittlicher Modelle des maschinellen Lernens entwickelt, die auf einem der größten Datensätze der Schlafforschung trainiert wurden – unter Einbeziehung von über 1.200 Nächten klinischer PSG-Daten aus verschiedenen demografischen Gruppen, Altersgruppen und Hautfarben.
Wissenschaftler*innen und führende akademische Einrichtungen weltweit haben die Leistung von Oura im Vergleich zur PSG nach strengen Maßgaben bewertet.
Wissenschaftlich geprüfte Studien
Nachfolgend findest du eine Auswahl aktueller Publikationen, die den neuesten Algorithmus der Schlafphasenanalyse von Oura, der im Jahr 2023 eingeführt wurde, bewertet haben:
- Brigham and Women’s Hospital Study, 2024: In einer externen Validierungsstudie, die von Wissenschaftler*innen des Brigham and Women’s Hospital durchgeführt wurde und in der gängige Schlaftracker für den Heimgebrauch mit einer PSG verglichen wurden, wurde der Oura Ring als der genaueste getestete Schlaftracker für den Heimgebrauch hinsichtlich der 4-Stufen-Schlafklassifizierung (Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM-Schlaf und Wachzustand) ermittelt. Oura zeigte eine substanzielle Übereinstimmung bei der Erkennung der spezifischen Schlafphasen (Kappa > 0,61). Die anderen Wearables zeigten eine moderate Übereinstimmung (Kappa-Statistik < 0,61). < 0.61). Epoch-by-epoch analyses demonstrated sensitivity between PSG and the Oura Ring > Abschnittweise Analysen zeigten für alle Schlafphasen eine Sensitivität von 75 % (Bereich: 76,0 – 79,5 %) des Rings gegenüber der PSG. Oura erreichte eine Übereinstimmung von 76,3 % bei der 4-Stufen-Klassifizierung und eine von 92 % bei der 2-Stufen-Klassifizierung (Schlaf/Wachzustand).
- National University of Singapore Study, 2022: Wissenschaftler*innen bewerteten den Algorithmus von Oura anhand von 157 Nächten von zu Hause und im Schlaflabor gewonnenen Schlafdaten. Oura erreichte eine Übereinstimmung von 76,4 % mit einer klinischen PSG bei der 4-Stufen-Schlafklassifizierung über 4 Nächte und eine Übereinstimmung von 92 – 93 % bei der 2-Stufen-Klassifizierung (Schlaf/Wachzustand).
- National University of Singapore Multi-Device Comparison, 2023: Wissenschaftler*innen verglichen sechs Wearables – ein EEG-Stirnband, ein für Forschungszwecke geeignetes Aktigraphie-Gerät und vier Schlaftracker für den Heimgebrauch – mit einer im Schlaflabor durchgeführten PSG, deren Auswertung im Konsens von drei unabhängigen Beurteilenden erfolgte. Die Studie umfasste 60 Erwachsene im Alter von 18 bis 70 Jahren. Oura war das leistungsstärkste Nicht-EEG-Gerät für die 2-Stufen-Klassifizierung (Schlaf/Wachzustand) mit einer Genauigkeit von 91,1 % und einem Kappa von 0,64 und übertraf damit Fitbit Sense (89,4 %, 0,58) sowie das für Forschungszwecke geeignete Aktigraphie-Gerät (87,4 %, 0,47), wobei es bei der 4-Stufen-Klassifizierung den höchsten Kappa-Bereich unter den Schlaftrackern für den Heimgebrauch aufwies (0,55 – 0,70). Die Autor*innen kamen zu dem Schluss, dass „nur das Dreem-Stirnband und Oura Ring Kappa-Werte erreichten, die auf eine substanzielle Übereinstimmung“ mit einer PSG hindeuten.
- University of Tokyo Validation Study, 2024: Eine der bisher größten Validierungsstudien für Wearables, bei der der Algorithmus der Schlafphasenanalyse 2.0 von Oura mit einer ambulanten PSG bei 96 Teilnehmer*innen im Alter von 20 bis 70 Jahren und 421.045 30-Sekunden-Abschnitten mit bis zu drei Nächten pro Teilnehmer*in bewertet wurde. Für die 2-Stufen-Klassifizierung (Schlaf/Wachzustand) erreichte Oura eine Genauigkeit von 91,7 – 91,8 %, eine Sensitivität von 94,4 – 94,5 % und eine Spezifität von 73,0 – 74,6 %, bei einem Prävalenz- und Bias-adjustierten Kappa von 0,83 – 0,84 – eine nahezu perfekte Übereinstimmung mit der PSG. Die Genauigkeit der Schlafphasenanalyse reichte von 75,5 % für Leichtschlaf bis hin zu 90,6 % für REM-Schlaf. Die Messungen von Oura unterschieden sich in Bezug auf die Zeit im Bett, die Gesamtschlafzeit, die Schlaflatenz, die Wachzeit nach dem Einschlafen, den Leichtschlaf oder den Tiefschlaf nicht wesentlich von denen einer PSG.
- MDPI Sensors Validation Study, 2021: Diese grundlegende Studie wertete 440 Nächte mit simultan mittels Polysomnographie (PSG) und Oura Ring-Sensoren erfassten Daten von 106 Personen aus (insgesamt über 3.400 Stunden). Die Ergebnisse zeigten den entscheidenden Vorteil, den die Nutzung mehrerer Sensoren zugleich mit sich bringt: Während ein einfaches Modell mit Bewegungs-/Beschleunigungsmesser bei der 4-Stadien-Schlafklassifizierung nur eine Genauigkeit von 57 %erreichte, steigerte die Hinzunahme von mittels PPG-Technologie gewonnenen Signalen des autonomen Nervensystems (ANS) und der Körpertemperatur die Genauigkeit der 4-Stadien-Schlafklassifizierung auf 79 % und die Genauigkeit der 2-Stadien-Klassifizierung (Schlaf/Wachzustand) auf 96 %.
Transparenz als oberstes Gebot
Obwohl Oura kein medizinisches Gerät zur Diagnose von Erkrankungen wie Schlafapnoe oder Insomnie ist, bietet es einen beispiellosen, zugänglichen Einblick in die nächtliche Schlafarchitektur und langfristige Gesundheitstrends.
Wir werden weiter unsere Ergebnisse veröffentlichen, mit führenden akademischen Einrichtungen zusammenarbeiten und transparent kommunizieren, was unser Gerät misst, wie unsere Algorithmen funktionieren und wie Mitglieder diese Daten nutzen können, um ihren Alltag zu verbessern. Wir bleiben von unserer Wissenschaft überzeugt, sind stolz auf unsere Technik und entschlossen, unsere Technologie vor Gericht zu verteidigen.
Fragen und Antworten: Wissenschaftlicher Hintergrund und Genauigkeit des Schlaftrackings von Oura
Frage: Stimmt es, dass Oura Schlafzyklen nicht erfassen kann, weil „Schlaf im Gehirn stattfindet und nicht am Finger“?
Antwort: Nein. Oura erfasst den Schlaf über die Physiologie des gesamten Körpers, welche mit der Aktivität des Gehirns einhergehen. Diese Behauptung beruht auf der Tatsache, dass Schlaf traditionell mithilfe einer EEG-Messung – also einer Messung der Gehirnaktivität – definiert und bewertet wurde. Aber Schlaf ist nicht nur ein EEG, und ein EEG liefert auch kein direktes Maß für Schlaf; es ist lediglich ein Fenster, durch das wir die Vorgänge während des Schlafs betrachten können. Schlaf ist ein physiologischer Ganzkörperzustand, und die Wissenschaft ist sich einig, dass während des Schlafs eine enge Kopplung zwischen der Aktivität des zentralen und des autonomen Nervensystems besteht.
Das autonome Nervensystem moduliert Herzfrequenz, HFV, peripheren Blutfluss, Atmung und Körpertemperatur in deutlich erkennbaren, reproduzierbaren Mustern während jeder Schlafphase. Die Phasenübergänge, die das EEG im Gehirn erkennt, gehen mit entsprechenden, messbaren Veränderungen der peripheren Physiologie einher. Dieses autonome Signal gehört zu den Hauptsignalen, die Wearables zur Ableitung von Schlafphasen verwenden. Es ist kein Zufallsprodukt; es ist Physiologie, gemessen durch ein anderes, vollkommen legitimes Fenster.
Durch Messungen an den Arterien im Finger –wo die PPG-Signalstärke besser ist als bei Sensoren am Handgelenk – verfolgt Oura diese physiologischen Prozesse. Der Algorithmus wertet die erfassten Werte mehrerer Sensoren aus, um periphere Körpersignale den Schlafphasen zuzuordnen.
Frage: Ist es korrekt, dass die Schlafphasenanalyse von Oura auf einem „KI-Ratespiel“ beruht, das nicht besser ist als ein „Münzwurf“?
Antwort: Nein. Behauptungen, die die Schlafphasenanalyse von Oura als „Münzwurf“ darstellen, vermitteln ein falsches Bild der Ergebnisse wissenschaftlich geprüfter Forschung.
Mehrere wissenschaftlich geprüfte Studien bewerten die tatsächliche Genauigkeit von Oura im Vergleich zum Goldstandard Polysomnographie als weitaus höher:
- MDPI Sensors (2021): zeigte eine Übereinstimmung von 79 % für die 4-Stufen-Klassifizierung und eine Übereinstimmung von 96 % für die 2-Stufen-Klassifizierung (Schlaf/Wachzustand) bei Verwendung der PPG-Technologie bei gleichzeitigem Einsatz mehreren Sensoren.
- Brigham and Women’s Hospital (Sensors, 2024): zeigte eine Übereinstimmung von 76,3 % für die 4-Stufen-Klassifizierung und 92 % für die 2-Stufen-Klassifizierung (Schlaf/Wachzustand). Diese Studie bewertete den Oura Ring als den leistungsfähigsten getesteten Schlaftracker für den Heimgebrauch bezüglich der Genauigkeit der 4-Stufen-Klassifizierung im Vergleich zur PSG.
- National University of Singapore (Nature & Science of Sleep, 2022): zeigte für die 4-Stufen-Klassifizierung eine Übereinstimmung von 76,4 % mit einer klinischen PSG über 157 Testnächte.
Darüber hinaus würde eine zufällige Schätzung oder ein „Münzwurf“ bei der mehrstufigen Klassifizierung (bei der ein Gerät zwischen 4 verschiedenen Kategorien unterscheiden muss: Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM-Schlaf und Wachzustand) eine erwartete Genauigkeit entsprechend dem Basiswert von 25 % ergeben – nicht 50 %.
Frage: Oura nimmt für sich eine „95%ige Genauigkeit bei der Schlafphasenanalyse im Vergleich zu einem klinischen Schlaflabor“ in Anspruch. Was bedeutet dieser Prozentsatz eigentlich?
Antwort: In einer Validierungsstudie schläft man eine oder mehrere Nächte mit dem Ring, während gleichzeitig eine vollständige klinische Polysomnographie (PSG) durchgeführt wird, der Goldstandard im Schlaflabor. Die Nacht wird dann in 30-sekündige Segmente unterteilt, sogenannte Abschnitte. Davon gibt es etwa 900 in einer 8-Stunden-Nacht. Ein geschulter Techniker kennzeichnet jeden Abschnitt der PSG, der Ring erstellt seine eigene Kennzeichnung für denselben Abschnitt, und beide werden einzeln miteinander verglichen. „Genauigkeit“ ist einfach der Anteil der Abschnitte, in denen der Ring und der Techniker übereinstimmen. Deshalb sind die Zahlen anspruchsvoll: Wenn man den Großteil der Nacht richtig erfasst, bleibt immer noch viel Spielraum, um sich bei einzelnen 30-Sekunden-Fenstern uneinig zu sein.
Die Genauigkeit wird über einige verschiedene Dimensionen hinweg berichtet:
1. Schlaf-Wach-Erkennung:Hier geht es darum, ob du im jeweiligen Abschnitt geschlafen hast oder wach warst. Die Algorithmen von Oura erreichen gleichbleibend eine Übereinstimmung von 90 – 96 % mit der PSG. Darauf beziehen sich die 95 %.*
2. Zusammenfassungen der gesamten Nacht: Gesamtschlafzeit, Schlaf-Effizienz sowie Zeitpunkt des Einschlafens und Aufwachens werden beurteilt. Dies sind keine abschnittsweisen Messungen – sie vergleichen die Gesamtsumme des Rings für die Nacht mit der Gesamtsumme des Labors in Minuten. Unabhängige Studien haben wiederholt keinen signifikanten Unterschied bei der Gesamtschlafzeit zwischen Oura und PSG festgestellt.
3. Vier-Stufen-Klassifizierung: Hier geht es um die Unterscheidung zwischen Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM-Schlaf und Wachzustand in jedem Abschnitt. Dies ist eine komplexere Angelegenheit. Oura hat dabei in wissenschaftlich geprüften Studien bei gesunden Erwachsenen eine Übereinstimmung von etwa 76 – 79 % mit der von Menschen ausgewerteten PSG erreicht.
* In mehreren wissenschaftlich geprüften Studien, in denen der Oura Ring mit klinischen Schlaflaboraufzeichnungen (Polysomnographie) verglichen wurde, erkannte der Ring den Schlaf in 94 – 98 % der Fälle korrekt, mit einer allgemeinen Schlaf-Wach-Übereinstimmung von etwa 90 – 96 %: 98 % Sensitivität und 96 % Gesamtgenauigkeit für das vollständige Multisensor-Modell (Altini & Kinnunen, 2021); 95 % Sensitivität und 93 % Genauigkeit über drei Nächte zu Hause (Ghorbani et al., 2022); 95 % Sensitivität und 91 % Genauigkeit (Ong et al., 2023); 94 % Sensitivität und 92 % Genauigkeit über mehr als 400.000 Schlafabschnitte (Svensson et al., 2024); und 95 % Sensitivität in einer über Nacht durchgeführten klinischen Studie (Robbins et al., 2024).
Frage: Wie unterscheidet sich Oura von Medizinprodukten?
Antwort: Oura hat stets betont, dass der Oura Ring ein nicht für medizinische Zwecke vorgesehenes Produkt für Verbraucher ist, das für ein kontinuierliches, nicht-invasives Gesundheits-Tracking entwickelt wurde. Der Ring ist kein Medizinprodukt zur Diagnose von Erkrankungen wie Schlafapnoe oder klinischer Insomnie.
Bei einer medizinischen Polysomnographie ist es erforderlich, dass Patienten in einem ungewohnten Labor schlafen und mit über einem Dutzend Sensoren verkabelt sind, was häufig die natürlichen Schlafmuster stört. Oura bietet eine langfristige, nächtliche Trendanalyse in der natürlichen häuslichen Umgebung des Nutzers. Die Validierung eines Geräts für den Heimgebrauch gegenüber einer PSG als Benchmark bedeutet nicht, dass es diagnostische klinische Geräte ersetzt, sondern demonstriert vielmehr die hohe Genauigkeit seiner nicht-invasiven Messungen.
Der Oura Ring ist nicht dazu bestimmt, eine klinische Schlafuntersuchung zu ersetzen, sondern diese zu ergänzen – er bietet genaue, aussagekräftige und umsetzbare Daten, die neue Erkenntnisse in den alltäglichen Schlaf und dessen Entwicklung im Laufe der Zeit ermöglichen. Dieser langfristige Ansatz hat bereits Einsichten an beiden Enden des Spektrums möglich gemacht: von Erkenntnissen einzelner Personen anhand ihrer eigenen Daten, wie in einem Fallbericht in JAMA Neurology dokumentiert, bis hin zu solchen auf Bevölkerungsebene, wie beispielsweise länderübergreifenden Unterschieden bei nächtlichen Schlafmustern, die aus umfangreichen Wearable-Daten gewonnen wurden.
Frage: Was ist PPG und warum ist der Finger für PPG besser geeignet als das Handgelenk?
Antwort: Die Photoplethysmografie (PPG) ist eine optische Technologie, die LED-Licht und Photodetektoren verwendet, um arterielle Pulswellen und Blutvolumenänderungen zu messen.
Der Finger ist ein idealer Ort für PPG, da die Fingerarterien auf der Handflächenseite nahe an der Oberfläche verlaufen. Im Vergleich zur Rückseite des Handgelenks – wo die Haut dicker ist, Knochenstrukturen stören und die Blutgefäße kleiner sind. Diese Signalqualität ermöglicht es Oura, subtile Änderungen in der HFV von Herzschlag zu Herzschlag sowie Änderungen der Atemmuster zu erfassen, die für die Modellierung von Schlafstadien wesentlich sind.
Frage: Was ist der „Goldstandard“ für die Schlafüberwachung und wie nahe kann ein Wearable daran herankommen?
Antwort: Der Goldstandard ist die Polysomnographie (PSG), bei der die Gehirnströme über die Kopfhaut (EEG), die Augenbewegungen (EOG) und der Muskeltonus (EMG) zusammen gemessen werden.
Dabei ist es wichtig, zu verstehen, wie die Ergebnisse einer PSG tatsächlich erstellt werden. Ein zertifizierter Techniker überprüft die Aufzeichnung und weist jedem 30-Sekunden-Segment der Nacht eine einzige Kennzeichnung zu – Wach, N1, N2, N3 oder REM – gemäß standardisierten klinischen Regeln. Daraus ergeben sich zwei Schlussfolgerungen: Erstens ändert sich der tatsächliche Schlafzustand nicht sauber alle 30 Sekunden; ein Segment kann Merkmale von mehr als einem Stadium enthalten, und der Techniker muss dasjenige auswählen, das überwiegt. Grenzen zwischen den Stadien sind besonders mehrdeutig, und Leichtschlaf (insbesondere N1) ist am schwersten zu bestimmen. Zweitens werden zwei Techniker, die dieselbe Aufzeichnung auswerten, niemals vollständig übereinstimmen. Die Kennzeichnungen spiegeln immer ein Urteil wider, das zwar fachkundig gemacht wird, jedoch aus mehrdeutigen Signalen entsteht. Wissenschaftlich geprüfte Studien beziffern die Übereinstimmung zwischen den Auswertern auf etwa 83 %. Diese Zahl sinkt weiter, wenn die Auswertung bei Menschen mit Schlafstörungen erfolgt.
Dies ist wichtig für die Interpretation der Genauigkeit von Wearables: Der Maßstab, an dem ein Ring gemessen wird, ist selbst unvollkommen, daher würde kein Gerät, einschließlich eines anderen PSG-Auswerters, 100 % erreichen. Vor diesem Hintergrund stellt das Erreichen einer Übereinstimmung von ungefähr 78 – 80 % mit einer PSG durch einen unauffälligen, am Finger getragenen Ring eine außerordentliche Leistung dar. In einem direkten Vergleich von sechs Wearables mit einer durch Konsens dreier Auswerter erstellten PSG stellten Forscher fest, dass „nur Dreem und Oura Kappa-Werte erreichten, die auf eine substanzielle Übereinstimmung mit einer PSG hindeuten.“ (Dreem ist ein EEG-Stirnband, und Oura war das einzige Nicht-EEG-Gerät, das diesen Schwellenwert erreichte.)
Frage: Oura sagt, ich habe gut geschlafen, aber ich fühle mich nicht ausgeruht. Was verursacht diese Diskrepanz und bedeutet dies, dass der Algorithmus ungenau ist?
Antwort: Subjektives Empfinden wird oft mit objektiver Genauigkeit gleichgesetzt – obwohl sie in Wirklichkeit zwei völlig unterschiedliche Dinge messen.
In der Schlafwissenschaft bezieht sich Genauigkeit strikt darauf, wie genau das gemessene Ergebnis eines Geräts die wahre zugrunde liegende Physiologie eines Benutzers widerspiegelt, wenn es mit dem klinischen Goldstandard, der Polysomnographie (PSG), verglichen wird. Die subjektive Wahrnehmung des eigenen Schlafs durch ein Mitglied ist real und bedeutsam, spiegelt jedoch eine völlig andere Dimension der Gesundheit wider.
Es ist gut dokumentiert in der Schlafliteratur, dass eine Person eine physiologisch gesunde, gut strukturierte Nacht schlafen und dennoch müde aufwachen kann – oder umgekehrt, sich nach einer Nacht mit stark unterbrochenem Schlaf erfrischt fühlen kann. Diese Diskrepanz ist kein Beweis für die Ungenauigkeit eines Geräts. Die subjektive Schlafqualität wird durch ein komplexes Miteinander aus externen und psychologischen Variablen beeinflusst, darunter mentaler Stress, Stimmung, Zeitpunkt von Koffeinkonsum, beginnende Krankheiten, zirkadiane Ausrichtung und Erwartungen an das Erwachen.
Eine Lücke zwischen dem, wie du dich fühlst und dem, was deine Physiologie gezeigt hat, als Beweis für eine Ungenauigkeit des Sensors zu betrachten, verkennt, was eine objektive physiologische Messung tatsächlich bewertet. Oura liefert einen objektiven, wiederholbaren Basiswert der physischen Schlafarchitektur deines Körpers und hilft dabei, im Laufe der Zeit übergeordnete Muster zu erkennen.




